Das war 2025
Schon wieder geht ein Jahr zu Ende. Die Tage, Wochen und Monate vergehen schnell, was bleiben sind schöne Erinnerungen. Und davon gibt es doch einige im 2025. Aber, es lief nicht immer alles nach Plan. Wäre ja auch langweilig, oder?
Das Jahr begann mit einer super La Diagonela. Ich wusste, dass ich eine sehr gute Form hatte und erwischte dann auch eine super Tagesform. Die nutzte ich, um einen starken 29. Platz Overall bei den Amateuren zu erzielen. Es tut gut, mit einer guten Performance ins Jahr zu starten. Dies war meine sechste La Diagonela - mittlerweile schon eine kleine Tradition, dass ich Mitte Januar mit diesem Rennen mein Wettkampf-Jahr jeweils beginne.
Danach war eigentlich der König Ludwig Lauf geplant, welcher aber mangels Schnee abgesagt werden musste. Ich entschloss mich, an der Masters WM in Klosters teilzunehmen. Die letzten Jahre legte ich bei den Langlauf-Wettkämpfen den klaren Fokus auf Langdistanzrennen in der klassischen Spur, und lief dabei die Rennen in der Doppelstock-Technik. Bei der Masters WM ist bei klassischen Rennen verboten, alles durchzustossen. Meine aktuelle Form im Diagonalschritt ist nicht wettkampftauglich, sodass ich mich für die 30km in der Skating-Technik entschied. Naja, der Wettkampf war im nassen und klebrigen Schnee richtig zäh und mühsam. Spass hatte ich nicht wirklich. Ich bin happy, dass ich diese Erfahrung gemacht habe, in einem Feld zu starten mit sehr hohem durchschnittlichen Leistungsniveau, mich der Herausforderung gestellt zu haben und das Rennen bis ins Ziel gelaufen bin. Ansonsten einer der Wettkämpfe zum abhaken und nach vorne schauen.
Im Mai lief ich bei der SOLA-Stafette - auch schon fast eine kleine Tradition. Ich mag den Anlass und das Stafetten-Format. Ist etwas ganz anderes als ich sonst mache und daher eine willkommene Abwechslung.
Und dann kam der grosse Tag, auf den ich mich lange vorbereitet hatte: die Tortour 1000. Leider wurden der Tag, oder besser gesagt die Tage, nicht so gross wie ich mir erträumt hatte. Nach 380km war Schluss, nachdem ich mich mehrere Stunden mit verschiedenen Problemen rumgeschlagen hatte. Die Enttäuschung danach war sehr gross. Viel zu früh hatte ich schon zu grosse Probleme und das Rennen fiel für mich schnell auseinander. Was ich mitnehme sind ganz viele Learnings für mich selber, für die Vorbereitung eines solchen Rennens als auch für die Organisation und Logistik der Crew. Diese Supported-Ultracycling Rennen sind komplex und es müssen viele Puzzle-Teile zusammenkommen. Die Tortour 1000 war sportlich gesehen kein Erfolg, sie hat mir aber deutlich vor Augen geführt, an welchen Stellschrauben ich für zukünftige Rennen drehen muss.
Das Wettkampfjahr hatte noch ein Anlass auf dem Menü: das Alpenbrevet Gold. Wow, das war ein fantastischer Tag! Ich fuhr mit einem Kollegen von Anfang an sehr sportlich und mutig los. Wir fuhren den Oberalp- und Lukmanierpass offensiv und verloren wenig Zeit an den Verpflegungsstellen. Die Grundlage für eine super schnelle Zeit legten wir dann auf dem Abschnitt von Biasca nach Airolo. Dort konnten wir ein sehr zügiges Tempo halten. Auf dem Nufenenpass trennten sich unsere Wege und ich fuhr dann ziemlich alleine bis ins Ziel nach Andermatt. Der Nufenenpass zieht sich ganz schön in die Länge von Airolo, ich kam aber in gutem Zustand oben an. Nach einer kurzen Verpflegungspause in Ulrichen ging es noch in den Furkapass, welcher ich ebenfalls noch gut über die Bühne brachten. Ich merkte, dass es sehr wenige Gold-Fahrer um mich hatte und spürte, dass ich wohl ziemlich weit vorne liegen muss. Tatsächlich fuhr ich nach 8h46min als Overall 25. Gold-Fahrer über die Ziellinie. Das Alpenbrevet ist offiziell kein Rennen mit Rangliste, de facto wird vorne aber wettkampfmässig gefahren und an starken Fahrern fehlt es definitiv nicht. Ein toller Tag, der mir gerade mental nach dem Tief der Tortour 1000 sehr gut tat.
Die Ups and Downs wechselten bis hierhin dieses Jahr ab, und nach dem Up beim Alpenbrevet folgte tatsächlich noch ein Down. Ich wollte mich noch einer Everesting-Challenge stellen, doch nach rund 1‘000 Höhenmeter war dann auch schon Schluss. Meine Schaltung am Rennrad wollte nicht mehr mitmachen. That‘s life.
Rückblickend war es ein abwechslungsreiches und spannendes Jahr, welches nicht nur von schönen Momenten geprägt war. Ich hatte sportlich einige Rückschläge zu verdauen. Das ist das Leben und das ist der Sport. Man zieht seine Schlüsse, lernt, steht wieder auf und macht weiter. Ich freue mich jetzt schon auf das 2026!